Die WHO ruft wegen Mpox den globalen Notstand aus – 2024-08-18 17:47:05

2024-08-18 17:47:05

Die Mpox-Viruserkrankung brach im Jahr 2022 einmal aus, konnte aber unter Kontrolle gehalten werden. Jetzt droht eine neue Gefahr.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen einer neuen Variante des Mpox-Virus in Afrika die höchste Alarmstufe aktiviert. Es hat einen „Public Health Emergency of International Concern“ (PHEIC) ausgerufen.

Er sieht die Gefahr, dass sich Mpox nach 2022 erneut international ausbreiten und für mehrere Länder ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die WHO folgte der Empfehlung der unabhängigen Mpox-Experten, die auf Einladung der WHO im sogenannten Notfallkomitee zusammenkamen, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf sagte. Die Notstandserklärung hat keine konkreten Konsequenzen. Es geht vielmehr darum, Behörden weltweit zu alarmieren, damit sie sich auf mögliche Epidemien vorbereiten können.

Die Sorge der WHO betrifft unter anderem eine neue Variante des Virus, die Ende 2023 im Osten der Demokratischen Republik Kongo entdeckt wurde. Es ist eine Unterlinie der Gruppe I von Mpox (der römischen), genannt Ib. Sie ist möglicherweise ansteckender als frühere Varianten und kann zu schwereren Erkrankungen führen. Detaillierte Studien hierzu stehen noch aus. In den letzten Wochen wurde das Clade-I-Mpox-Virus erstmals auch in Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia entdeckt.

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC schätzte das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa Ende Juli als „sehr gering“ ein. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland derzeit keine Fälle der Klasse I bekannt.

Mpox wurde früher Affenpocken genannt, weil es erstmals zufällig bei Affen entdeckt wurde. Die WHO hat sich für den neuen Namen entschieden, weil sie Krankheiten nicht nach Tieren oder den Ländern, in denen sie entdeckt werden, benennt, um Diskriminierung zu vermeiden.

Das Virus ist mit dem klassischen Pockenvirus (Variolavirus) verwandt. Es verursacht vor allem Hautausschläge, aber auch Fieber und kann insbesondere für Kinder tödlich sein. Der Pockenvirus-Impfstoff schützt auch vor einer Infektion mit dem Mpox-Virus.

Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC hat in diesem Jahr mehr als 14.000 Verdachtsfälle und mehr als 500 Todesfälle in der Demokratischen Republik Kongo und den Nachbarländern gemeldet. Im Labor wurde nur ein kleiner Teil nachgewiesen. Aber er hat bereits den Ausnahmezustand für Afrika ausgerufen. Dadurch können mehr Ressourcen mobilisiert werden, um den Ländern bei der Eindämmung zu helfen. Jeden Monat werden weltweit weniger als 1.000 im Labor bestätigte Fälle an die WHO gemeldet. Er geht davon aus, dass mangels Testkapazitäten nicht alle Fälle entdeckt werden.

Bereits im Juli 2022 hatte die WHO wegen Mpox den Ausnahmezustand ausgerufen. Damals gab es Fälle in mehr als 60 Ländern, darunter auch in Deutschland. Die Infektionen sind auf Klade II zurückgekehrt, was zu einem weniger schweren Krankheitsverlauf führt. Der Notstand wurde im Mai 2023 aufgehoben, da die Epidemie dank Impfstoffen in den meisten Ländern unter Kontrolle gebracht werden konnte. In Afrika und anderen Ländern des globalen Südens gibt es jedoch Probleme bei der Impfstoffversorgung.

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