2024-08-30 18:22:09
Wer viel Fleisch isst, erkrankt häufiger an Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie zeigt, welche Fleischsorten das Risiko besonders erhöhen.
Schinken, Schnitzel, Leberwurst: Die Deutschen bevorzugen Fleisch und Wurst. Für viele gehören sie zum täglichen Speiseplan. Dass häufiger Fleischkonsum ungesund ist, ist schon lange bekannt. Insbesondere Wurst und rotes Fleisch können chronische Krankheiten begünstigen. Doch eine Studie von Forschern der Universität Cambridge (Großbritannien) hat nun herausgefunden, wie wichtig dieser Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes ist.
Die Forscher analysierten Daten von fast zwei Millionen Erwachsenen aus 20 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika, dem östlichen Mittelmeerraum, Südostasien und dem westlichen Pazifik. Die Ergebnisse sind eindeutig und besorgniserregend zugleich: Der Verzehr von rotem Fleisch und verarbeitetem rotem Fleisch erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes am stärksten, selbst in kleinen Mengen. Laut der Studie hatten diejenigen, die regelmäßig 50 Gramm verarbeitetes Fleisch pro Tag verzehrten, ein um 15 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. 50 Gramm entsprechen etwa zwei Scheiben Schinken.
Bei 100 Gramm unverarbeitetem rotem Fleisch, beispielsweise einem kleinen Steak, erhöhte sich das Risiko um etwa 10 %. Und auch der Verzehr von Geflügel wird mit Diabetes in Verbindung gebracht. Allerdings erhöhte weißes Fleisch das Risiko weniger als andere Fleischprodukte: 100 Gramm Geflügel pro Tag waren mit einem um 8 % höheren Risiko verbunden.
Studienleiterin Professor Nita Forouhi von der Universität Cambridge sagte: „Unsere Forschung liefert den bislang umfassendsten Beweis für einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von verarbeitetem und unverarbeitetem rotem Fleisch und einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes in der Zukunft. Unterstützt offizielle Empfehlungen zur Begrenzung.“ Fleischkonsum.“ Sie müssen nicht vollständig auf Fleisch verzichten.
Außerdem: Die negativen Auswirkungen des Geflügelverzehrs sind noch nicht abschließend bewiesen, es bedarf also weiterer Forschung.
Die Fleischproduktion ist in den letzten Jahrzehnten weltweit deutlich gestiegen und der Konsum in der Bevölkerung vieler Länder liegt deutlich über den Richtwerten. Auch die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen hat zugenommen, und zwar in immer jüngerem Alter. Zahlreiche Studien sehen einen Zusammenhang zwischen beiden Entwicklungen. Die Hauptursachen für Typ-2-Diabetes sind Fettleibigkeit und ein ungesunder Lebensstil.
Derzeit leiden in Deutschland rund elf Millionen Menschen an dieser chronischen Stoffwechselerkrankung. Langfristig kann es zu schwerwiegenden Folgen wie Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Nierenversagen kommen. Um das Krankheitsrisiko zu verringern, empfehlen Experten eine ausgewogene Ernährung mit wenig rotem und verarbeitetem Fleisch.
