Robert Habeck es el cocodrilo de Dundee de los Verdes 2024-09-27 12:56:08

Die Jagd ist auch für Jäger keine ungefährliche Angelegenheit. Das zeigen schon die gepanzerten Sauenschutzhosen, mit denen sich Waidmänner und -frauen vor dem Angriff wild gewordener Wildschweine schützen müssen. Hin und wieder fällt ein Jäger sogar dem Friendly Fire aus den eigenen Reihen zum Opfer, wie es Reinhard Mey schon in „Diplomatenjagd“ besungen hat: „Man reicht ihm die Büchse, es prasselt das Schrot / So findet der Außenminister den Tod“.

Und doch nimmt von Jahr zu Jahr die Zahl der Zeitgenossen zu, die das grüne Abitur machen wollen. Auch mehr und mehr Politiker, obwohl schon dank ihrer Haupttätigkeit über einen schlechten Ruf verfügend, bekennen sich dazu, den Jagdschein zu haben. Wir meinen hier die Lizenz zum Töten im grünen Revier und nicht die amtlich festgestellte Unzurechnungsfähigkeit, die der Volksmund auch so nennt.

Auch Honecker und Mielke nieteten Zwölfender um

In Wiesen und Büschen den Hirsch zu erwischen (Mey) ist zu allen Zeiten ein Vorrecht und Vergnügen der herrschenden Klasse gewesen. Vor Honecker und Mielke nieteten in der Schorfheide auch schon Göring und Goebbels Zwölfender und Wildschweine um, die ihnen vor die Flinte getrieben wurden. Aber auch bundesrepublikanische Demokraten wie Ernst Albrecht, Walter Scheel oder Franz Josef Strauß scheuten den Kampf mit den wilden Bestien in unseren Wäldern nicht. Strauß wechselte vor fast genau 36 Jahren bei so einer Expedition aus den Jagdgründen derer von Thurn und Taxis in die ewigen. Schuld daran hatte allerdings keine Sau.

Heutzutage gehen die Hubertusjünger unter den Politikern ihrer Passion lieber unauffälliger als auf einer Staatsjagd nach. Seit der Abdankung von Juan Carlos wissen sie, dass es keine gute Idee mehr ist, sich stolz mit Tieren ablichten zu lassen, die man selbst erschossen hat. Nicht einmal der Strauß-Epigone Söder hat ein Foto mit einem erlegten Pro­blemwolf oder gar -bären gepostet.

Nicht nur Scholz bläst nun zur Aufholjagd

Aber selbst Politiker, die noch nie eine Merkel (ja, so heißt auch eine Gewehrmarke) in der Hand hatten, können vom Jagdfieber befallen werden. Das ergreift sie fast immer, wenn sie sich in einer schlechten bis hoffnungslosen Lage befinden. Dann blasen sie nicht zur Treibjagd, die uns Journalisten vorbehalten ist, sondern zur Aufholjagd. Zu der lud nun auch der Kanzler ein, nachdem er in Brandenburg gesehen hat: „Aufholjagd geht.“

Die Grünen glauben das ebenfalls ausdrücklich wieder, seit sie ihre Übergangsvorsitzenden losgeworden sind, die dem armen Vizekanzler das Heizungsgesetz untergeschoben hatten. Robert Habeck muss nun zwar ganz allein die Rolle des Jägers der verlorenen Prozente übernehmen. Angst macht ihm das aber nicht. Schon allein mit der Wahl seines Schuhwerks signalisiert der Crocodile Dundee der Grünen, dass er aus dem Sumpf des Wahlkampfs nicht ohne Beute heimkehren wird.

Warum nicht „Bündnis Robert Habeck“?

Ob das Leder seiner ziemlich spitzen Kroko-Treter einem Alligator über die Ohren gezogen wurde oder nur ein Imitat ist: Einem Mann mit solchen Schuhen muss man einfach alles zutrauen, also auch die Umbenennung seiner Partei, um deren „Neustart“ noch deutlicher zu machen. Von „Bündnis 90/Die Grünen“ zu „Bündnis Robert Habeck“ wäre es kein allzu großer Schritt mehr, aber ein völlig logischer. Mit ihm würde Habeck zudem Söder austricksen, der dem Kanzlerkandidaten Merz ja nur eine Koalition mit den Grünen verboten hat, nicht aber mit einem BRH.

Allerdings wird Habeck, den manche Verschwörungstheoretiker nun endgültig für einen Echsenmenschen halten werden, den CSU-Chef als Verbündeten brauchen, wenn es in den Koalitionsverhandlungen um den Schutzstatus von Angela Merkel geht. Die verehrt Habeck immer noch so sehr, dass er sicher eine ganzjährige Schonzeit für sie fordern wird. Aber das sollte eigentlich auch für Merz kein unüberwindbares Problem mehr sein. Er hat, wie man es auf der Geburtstagsfeier für die frühere Kanzlerin sah, seinen Jagdtrieb mittlerweile unter Kontrolle. Jedenfalls kam er auch zu dieser ganz besonderen Gelegenheit nur mit ganz normalen Schuhen.

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